ANDREAS: Schülerpate

andreas-portrait-rund.pngMan merkt, dass die Hilfe direkt ankommt und etwas bewirkt. Das ist die schönste Bestätigung für mein Engagement.
Ich wollte etwas mit Kindern oder Jugendlichen machen und habe im Internet das Caritas-Freiwilligenzentrum Ost gefunden. Gleich bei mir um die Ecke.

Nach dem Beratungsgespräch dort war mir schnell klar: Ich werde Schülerpate! Es dauerte zwar recht lange, bis es losging – zum Beispiel muss man erst ein erweitertes Führungszeugnis beantragen. Aber dann saß ich Philipp gegenüber.

Er hat seine Wurzeln in der Ukraine, ist 14 Jahre alt und wiederholt gerade die 8. Klasse einer Mittelschule. Ich gebe meinem Patenkind Nachhilfe in Mathe und Deutsch, einmal die Woche treffen wir uns für zwei Stunden in der Stadtbibliothek.

Meine Patenschaft ist noch relativ frisch, wir haben uns erst zwei Mal getroffen. Das reichte aber, um zu spüren: Philipp ist ein Volltreffer, wir passen gut zusammen, ticken ganz ähnlich. Er interessiert sich auch für Technisches, für Musik und Oper – was mich besonders freut!

Es geht also auch um Privates. Bis hin zu einer Beziehung, von der beide Seiten profitieren. Besonders bei Philipp – er kennt seinen Vater nicht. Die Patenschaft geht damit schon auch in Richtung Vaterersatz, zumindest versuche ich, männliches Vorbild zu sein. Das ist gerade jetzt wichtig, wo Philipp in der Pubertät ist.

Die anderen Schülerpaten sind bunt gemischte Leute, die ich in meinem Beruf so nie kennenlernen würde. Wir tauschen uns alle zwei Monate aus, bekommen Hilfestellungen für unsere Arbeit an die Hand – und sehen, fast jeder erlebt auch Unzuverlässigkeit. Da muss man sich als Pate drauf einstellen; Philipp hat mich auch schon mal versetzt.

Aber wenn ich sehe, dass er etwas verstanden hat in Mathe, ist das besonders schön. Das gibt mir viel Zuversicht, dass mein Schützling das Schuljahr meistert, auch dank meiner Hilfe.