HELMUT: Schülerpate

helmut-portrait-rund.pngMir macht die Arbeit mit Jugendlichen ausländischer Herkunft großen Spaß.

Seit 2004 bin ich vorzeitigen Ruhestand und engagiere mich seither in der Freiwilligenarbeit. Nach einem kurzen Intermezzo als Fußball-Schiedsrichter bei „Bunt kickt gut“, vermittelte mich die Freiwilligenagentur „Tatendrang“ zur "Initiativgruppe für interkulturelle Begegnung und Bildung (IG)" in den weniger körperlich anstrengenden Tätigkeitsbereich der Hausaufgabenbetreuung.

Ich fing bei der IG im Jahr 2005 an und betreute dort bis zu drei Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund jeweils ein bis zwei Stunden pro Woche. Anschließend begleitete ich in einer türkischen, kinderreichen Familie deren zwei Söhne bei den Hausaufgaben. Dieses Engagement war leider ein totaler Misserfolg (aus Desinteresse von Eltern und Kindern), ich gab nach sechs Monaten auf.

Statt allgemeiner Hausaufgabenbetreuung konzentrierte ich mich dann nur noch auf echte Nachhilfe in Mathe, Physik, Deutsch und Englisch bei 13-16 jährigen, ausländischen Schülern im Gymnasial- bzw. Realschulbereich. Und dabei war mir wichtig das Eigeninteresse des Schülers zu wecken und auch das familiäre Umfeld kennenzulernen.

Eine nächste türkische Familie war ein großer Erfolg: Nach über zwei Jahren zwei Stunden pro Woche Mathe und Englisch absolvierte die Realschülerin, Tochter einer geschiedenen türkischen Mutter, mit gutem Erfolg die Mittlere Reife. Ich bin heute noch mit ihnen in Kontakt.

Mit einer anderen türkischen Familie, bei der ich Sohn und anschließend die Tochter unterstützte, entwickelte sich sogar ein sehr freundschaftliches Verhältnis, mit Einladungen zum Essen und zu Ausflügen. Sie betreute auch mich, als ich einmal nach schwieriger Operation mehrere Wochen im Krankenhaus lag.

Seit 2014 betreue ich einen unbegleiteten jugendlichen Flüchtling, einen 16-jährigen Afghanen – in schulischen und auch in allgemeinen Fragen der Integration. Seit 2012 in Deutschland, begann er im September 2015 eine Lehrstelle als Einrichtungsmechaniker. Ich habe mich bei der IG um einen neuen jugendlichen Flüchtling beworben.

Mir macht die Arbeit mit Jugendlichen ausländischer Herkunft großen Spaß. Ich habe Freude, wenn ich erkenne, dass die Schüler die vermittelten Sachverhalte verstehen. Einige kamen schon ganz verzweifelt vor Schulaufgaben zu mir, sie kapieren gar nichts. Nach einigen Stunden wuchs das Verständnis, und die Schulaufgabe war dann gar nicht so schlecht.

Diese Arbeit ist für mich sehr bereichernd. Die Fähigkeit, vor allem Mathematik zu lehren, wende ich inzwischen bei meinen eigenen Enkeln mit einigem Erfolg an. Ich möchte dieses Engagement gern weiterführen, solange ich benötigt werde – und solange ich darf.

Außerdem lernte ich an einem der Betreuungsorte, der Sozialbürgerhaus Plinganserstraße, Sandra Bauer (heute FöBE) kennen, die mich als Helfer für die erste Freiwilligen Messe 2006 anwarb. Seitdem bin ich kontinuierlich auf bzw. für die Messe tätig.