JAKOB

portrait-jakob-rund.pngJakob Trauer ist 24 Jahre alt. Er engagiert sich ehrenamtlich in der Organisation „Studenten bilden Schüler e.V.“

1. Wie geht es Ihnen heute?

Danke, sehr gut!

2. Was haben Sie heute gemacht?

Da ich momentan eine umfangreiche Semesterarbeit für die Uni zu Ende bringen muss, habe ich natürlich sehr viel geschrieben. Heute Morgen habe ich allerdings auch zwei Schüler erfolgreich an Nachhilfelehrer vermittelt.

3. Was motiviert Sie dieses zu machen?

Bei ersterem habe ich leider keine andere Wahl, bei letzterem ist es tatsächlich das Wissen, meine Zeit sinnvoll investiert zu haben und zwei Kindern eine persönliche Unterstützung auf Ihrer schulischen Laufbahn ermöglicht zu haben… Und sie hoffentlich damit glücklich gemacht habe! ?

4. Was ist Ihr persönlicher und beruflicher Hintergrund?

Ich bin inzwischen im 4. Mastersemester Maschinenwesen, schreibe momentan meine Semesterarbeit und starte im Frühjahr mit meiner Masterarbeit. Nebenher jobbe ich noch als wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni und als Orchesterwart im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

5. Gab es ein besonderes Erlebnis, dass Sie in Ihrer Entscheidung sich zu engagieren beeinflusst hat/geprägt hat?

Ein Kommilitone - unser Standortleiter – hat mir oft von seiner Arbeit für den Verein „Studenten bilden Schüler“ in unseren gemeinsamen Kaffeepausen erzählt.
Ich hatte sehr viel Glück in meiner Jugend und nie schulische Probleme. Während meiner Schulzeit habe ich bereits Nachhilfe an Schulkameraden und Jugendliche aus niedrigeren Klassenstufen gegeben. Allerdings war das sehr ermüdend (trotz des enormen Stundenlohns), da meist mehr die Eltern als die Schüler an der Nachhilfe interessiert waren, und daher die Motivation meist sehr gering war.

Am Ende des Bachelorstudiums hatte ich dann endlich mal das Gefühl etwas Zeit übrig zu haben, die ich sinnstiftend investieren wollte. Und nachdem ich zu einigen sehr unterhaltsamen und produktiven Vereinstreffen von meinem Kommilitonen mitgenommen wurde, wusste ich, wo ich meine Zeit investieren kann.

6. Was können Sie von sich weitergeben?

Hauptsächlich (Frei-)Zeit, Wissen und hoffentlich auch Spaß und Zuversicht an meine Nachhilfeschülerinen und -schüler. Außerdem versuche ich den Verein bestmöglich organisatorisch als Bereichsleiter zu unterstützen.

7. Was haben Sie durch freiwilliges Engagement gelernt?

Ich habe definitiv gelernt, wie leicht es doch ist, jemanden ein Stück glücklicher zu machen - und leider auch wie viel Bedarf es hierfür gibt. Außerdem habe ich sehr, sehr viele wunderbare Organisationen und Menschen in München kennengelernt, die auch etwas über ihren Tellerrand hinausblicken und das Bedürfnis haben, irgendetwas an die Gesellschaft zurückzugeben. Auch wenn das natürlich immer mehr sein könnten, ist das schon sehr schön zu sehen.

8. Laut einer aktuellen Studie sind Menschen, die sich für andere einsetzen, besonders glücklich, was sagen Sie dazu?

Ja, definitiv! Das kann ich empirisch bestätigen! Bei so viel Dankbarkeit, die einem entgegengebracht wird, in Kombination mit dem Spaß, den man zusammen mit einem so engagierten Team hat, ist das auch nicht weiter verwunderlich ?

9. Was ist Ihr persönlicher Tipp, um glücklich zu sein?

Alles nicht zu ernst nehmen, man findet immer einen Weg, wie es letzten Endes doch noch funktioniert!

10. Welche Botschaft möchten Sie weitergeben?

Ich möchte wirklich jeden dazu aufrufen, sich auch zu engagieren. Seit eineinhalb Jahren bin ich jetzt dabei und konnte bisher nur positives aus meiner Tätigkeit ziehen. Und bei meinen Kollegen kenne ich da auch keine Ausnahme!

11. Was erwidern Sie Menschen die behaupten, sie hätten keine Zeit, kein Geld, keine Idee oder keine Fähigkeiten, wie Sie sich engagieren sollen.

Geld braucht man nicht, um ab und zu Gutes zu tun. Lediglich Zeit und dafür gibt es auch immer eine Lösung – für mich lautet die Lösung eine Stunde weniger Facebook, Fernsehen etc. am Tag. Man glaubt gar nicht, wie viel Zeit man plötzlich übrig hat. Nun gut und man muss ja nicht gleich eine eigene Idee haben, dafür gibt es ja schon jede Menge toller Organisationen und Vereine, die eine Vision haben. Und wenn einem das Suchen im Internet auch zu anstrengend ist, gibt es ja immer noch die Freiwilligenmesse…

Das Interview wurde geführt von Sonja Vodicka.